Malediven – jeder hat sofort ein Bild von puderzuckerweißen Sandstränden, türkisblauem Wasser und kleinen Atollen, die wie Fauenaugen in der Sonne glitzern, im Kopf.
Mein erster Gedanke bei den Malediven war allerdings „grenzenlose Langeweile“. Was sollte ich auf einer fast einsamen Insel, die ich in weniger als einer halben Stunde zu Fuß umrunden kann? Würde mir hier nicht sprichwörtlich die Decke auf den Kopf fallen? Mit diesen Gedanken im Gepäck mache ich mich auf die Reise…

Beim waghalsigen Anflug mit dem Wasserflugzeug auf das Rasdhoo Atoll kann ich meinen Blick nicht abwenden. Ich sehe hunderte kleine Augen, einsame Inseln – Robinson Crusoe Feeling. Ich bin angekommen im Paradies. Komme zur Ruhe. Steife den Alltag ab. Ich trete raus auf die Terrasse meiner Watervilla und sehe die rote, glühende Sonne im Meer versinken.
Am nächsten Morgen zieht es mich ins Wasser, raus ans Riff. Zum ersten Mal in meinem Leben schnorchle ich und bin beeindruckt von den Farben der Fische. Ich sehe hunderte von schillernden Fischschwärmen, Clownfische, einen respekteinflößenden Napoleonfisch, einen Oktopus und mein besonderes Highlight: eine Meeresschildkröte. Sie schwimmt elegant durch das Wasser und lässt sich von meiner Anwesenheit kaum beeindrucken. Nur ab und an taucht sie an die Oberfläche, um Luft zu holen. Als ich nicht damit rechne, entdecke ich ihn, den ersten Hai meines Lebens. Aus nächster Nähe starre ich ihn an. Er wirkt bedrohlich…ein Raubtier… erhaben… Ohne weiter Notiz von mir zu nehmen, gleitet er an mir vorbei. Erfahrene Taucher werden lachen, denn es handelt sich hierbei nicht um den „Weißen Hai“, sondern nur um einen 2 Meter kleinen Schwarzspitzen-Riffhai. Aber für mich als Schnorchelneuling ist dieses Erlebnis die Krönung des Tages.
Ich weiß jetzt, dass diese Reise alles andere als langweilig werden wird und stürze mich voller Vorfreude in mein Unterwasserabenteuer.

Ein Bericht von Anna-Carina Krebs

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