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Jacqueline Demary

Chalkidiki – Zu Besuch auf den 3 griechischen Fingern

Meinen Kurztrip auf dem griechischen Festland in der Region Chalkidiki werde ich so schnell nicht mehr vergessen.

Haben Sie schon einmal in einer kleinen traditionellen Taverne frisch zubereitetes griechisches Tsatsiki gegessen? Dazu gibt es landestypische Souvlaki oder Bifteki. Und haben Sie sich nach Ihrem Dessert, griechischer Joghurt mit eigens hergestelltem Honig, schon mal Ihre Zukunft von einem Griechen aus dem Kaffeesatz lesen lassen?

Nun sitzen wir da, mit unserer kleinen super sympathischen Gruppe in dieser gemütlichen Taverne, auf der überdachten Terrasse. Selbst im Oktober ist es vom Klima her noch sehr angenehm in Chalkidiki. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Perfekt um im Sommerkleid in der Taverne ein Gläschen Wein zu trinken. Wir haben sehr leckeres typisch griechisches Essen gegessen und einige aus der Gruppe bestellen zum Abschluss noch eine Tasse Kaffee. Unser treuer Begleiter der letzten spannenden Tage, Papa Jannis, wie wir ihn liebevoll getauft haben, grinst in die Runde hinein als der Kaffee gebracht wird und fragt ob wir nicht einen Blick in die Zukunft erhaschen wollen. Meine Sitznachbarin ist mutig und gibt Papa Jannis ohne zu zögern Ihre ausgetrunkene Tasse. Er nimmt sie samt Untertasse in die Hand, dreht sie auf den Kopf, wodurch sich der Kaffeesatz vom Boden der Tasse löst und langsam auf die Untertasse läuft. Jetzt stellt er sie wieder auf den Tisch zurück und beginnt ausgiebig den Kaffeesatz zu betrachten. Beim genauen Hinsehen sind Muster und Spuren durch den herabfließenden Kaffeesatz zurückgeblieben, die er jetzt mit viel Fantasie deutet. Er bittet meine Sitznachbarin zu sich und erklärt ihr im ruhigen, fast flüsternden Ton, was er im Kaffeesatz sieht und wie sich Ihre Zukunft gestaltet. Sie klebt förmlich an seinen Lippen. Ihrem Gesichtsausdruck zu deuten ist sie mehr als fasziniert und erstaunt.

Und genau in diesem Moment könnte ich mich darüber ärgern, dass ich selber keinen Kaffee trinke. Ich wüsste ja auch zu gerne, was mich in den nächsten Jahren erwartet und wohin mich meine Reisen noch verschlagen.

Aber ich werde wieder kommen, das habe ich Papa Jannis versprochen und vielleicht bin ich dann zur Kaffeetrinkerin geworden, die sich auch von einem Griechen die Zukunft aus dem Kaffeesatz lesen lassen wird.

Ein Bericht von Jacqueline Demary

Madeira – DIE Blumen- und Wanderinsel schlechthin! Und noch so viel mehr …

Manche Inseln, die ein Klischee aufgedrückt bekommen, wie beispielsweise Ibiza, die nur eine teure Partyinsel sein soll (was nebenbei bemerkt gar nicht zutrifft), sollen nicht so vielfältig oder nur bei gewissen Kundenkreisen beliebt sein.

Das stimmt jedoch nicht – zumindest nicht was Madeira betrifft! Ich selbst bin gar nicht so der Wanderfreund, aber die kleine Insel im Atlantik belehrt mich definitiv eines Besseren! Eine solche Flora und Fauna wie hier habe ich selten erlebt. Mit unserem kleinen Opel Corsa erkunden wir die ganze Insel. Madeira besitzt viele Tunnel und nach jedem fragen wir uns: Was wird uns diesmal am Ende des Tunnels erwarten? Werden es Klippen sein, die komplett mit Pflanzen bewachsen sind oder in denen unzählige kleine Wohnhäuser gebaut sind? Wird es ein Wasserfall sein, der aus dem Berg herausgesprudelt kommt? Oder erleben wir einen traumhaften Weitblick von mehreren Kilometer über die Insel hinweg? Denn nach jeder Unterführung taucht etwas Anderes, völlig Unerwartetes auf! Sogar den Wolken fahren wir nach, einfach immer weiter Richtung Himmel – ohne ein Ende in Sicht. Die Serpentinen immer weiter nach oben, Kurve um Kurve, erst durch dichte Pinienwälder, dann vorbei an kargen Landschaftsabschnitten mit kleinen Büschen und Felsen. So lange, bis wir an dem Punkt ankommen, an dem wir durch die Wolken hindurch fahren.

Erst wird es nebelig, diesig, total trist und grau und dann plötzlich – strahlender Sonnenschein! Und Wolken, soweit das Auge sehen kann, weiße pudrige Wolken. Die Luft dort oben? Kalt und sauber. Und die Aussicht? UNBESCHREIBLICH! Eindeutig eine weitere Reise wert!

Ein Bericht von Jacqueline Demary

Formentera – die Karibik des Mittelmeers

Formentera ist so klein, so unscheinbar – ein Schatten der anderen Balearischen Inseln Mallorca, Ibiza und Menorca. Was wirklich schade ist, denn sie ist so traumhaft schön. Ich habe noch nie so türkisblaues, klares Wasser und einen so weißen Sandstrand gesehen wie hier.
Um überhaupt auf die kleine Insel zu kommen, kann man entweder mit der Schnellfähre übersetzen und auf dem Außendeck den salzigen Wind in den Haaren genießen oder man kauft sich ein Ticket für eine Überfahrt mit dem Katamaran.
Und seit diesem Jahr weiß ich auch: Es gibt nichts Schöneres als mit einer leuchtend roten Vespa über die kleine Insel zu cruisen, die Landschaft, die traumhaften kleinen und geheimnisvollen Buchten zu genießen und dann am Cap de Barbariar, an der Südspitze der Insel, anzukommen. Was ich dort entdecke, raubt mir den Atem …
Einige Meter vor dem Leuchtturm ist ein Loch zu erkennen. Dort befindet sich eine kleine, etwas wackelige Holzleiter, die fünf oder sechs Stufen hinunter in eine Höhle führt. Eine Höhle, geheimnisvoll, mit einem Ausblick über die steilen Klippen und das darunter doch so ruhige Meer. Und ein Musiker, der in dieser kleinen, unscheinbaren Höhle ein selbst komponiertes Musikstück auf seiner Harfe zupft. Eine Atmosphäre, wie ich sie sonst noch nie erlebt habe. Gänsehaut ist definitiv vorprogrammiert und für frisch verliebte Pärchen ein wirklich unvergessliches Erlebnis…

Ein Bericht von Jacqueline Demary