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Anna Carina Krebs

Warum Sylt „Sylt“ ist und nicht Amrum – Heiraten am Strand

Sylt … versnobt? Überteuert? Schlichtweg übertrieben? So oder so ähnlich waren meine Vorurteile vor meinem ersten Sylt-Besuch. Doch dann entschlossen sich zwei Freunde dazu, sich am Strand von Sylt das Ja-Wort zu geben und ich wurde gefragt, ihre Trauzeugin zu sein.

Mit Meeresluft in der Nase stieg dann doch bei der Fahrt über den Hindenburgdamm die Vorfreude. Wir selbst wohnten in Keitum, dem mit Abstand schönsten Dorf der Insel. Pittoreske, reetgedeckte Häuser bilden den Charme dieses alten Kapitänsdorfs, das einst den Hauptort der Insel bildete, bevor alle an die Westküste zu den großen Stränden pilgerten. Keitum ist ein Irrgarten aus kleinen Sträßchen, die von alten, hohen Bäumen gesäumt werden und historischen Häuschen, deren blühende Vorgärten mit ihrer Farbenpracht begeistern. Vom Watt her weht ein beharrlicher Wind und wenn man an der Megalithanlage Harhoog steht, welche mehr als 5.000 Jahre alt ist, und der Blick im Abendrot zum Horizont schweift, spürt man die Magie, die diesen Ort bereits in der Steinzeit umgeben hat.

Die Hochzeit unserer Freunde fand am Strand in Wenningstedt statt. Es hätte keinen besseren Ort für ihr Eheversprechen geben können. Barfuß und im weißen Kleid mit einem Strauß aus Dünengras und Muscheln schritt meine Freundin über den Strand zu ihrem Mann und uns wartenden Hochzeitsgästen – begleitet von der romantischen Gitarrenmusik eines Sylters mit wildem Haar. Getraut wurden die beiden von Pfarrer Rainer Chinnow, der mit seiner kleinen Kirchengemeinde auf Sylt  bereits selbst zu einer der Sehenswürdigkeiten der Insel gehört. Eine Messe mit ihm muss man erlebt haben. Er reißt die Menschen mit und ist dabei alles andere als konventionell. Für meine Freunde war es der perfekte Augenblick sich in Wenningstedt am Strand das „Ja“ Wort zu geben und für mich eine besondere Ehre, Teil dieses Moments zu sein.

Sylt hat mich begeistert und ein Lieblingsort jagte den anderen. Genial war eine Wanderung rund um das Morsum Kliff, bei der ein Mittagessen im Landhaus SEVERIN´S nicht fehlen durfte.  Unberührte Natur erwartete uns am „Ellenbogen“, dem nördlichsten Punkt Deutschlands. Besonders begeistert war ich allerdings auch von den Stränden, die trotz Hochsaison nicht voll wirkten. Und mit etwas Suchen fanden wir in Hörnum sogar einsame Strandabschnitte mit fast karibisch blauem Wasser. Und wenn doch einmal Langeweile aufkommt, kann man zu den Liegebänken der Robben rausfahren, die einzigartigen Halligen am Rande der Naturgewalten besuchen oder den anderen nordfriesischen Inseln einen Besuch abstatten. Aber Achtung: Amrum hat außer tollen Stränden, die ihr auch auf Sylt findet, nicht viel zu bieten. Einziges Café am Strand ist ein altes DLRG Heim.

Sylt hat natürlich auch seine versnobten Ecken und der Luxus wird auch immer vor allem beim Blick auf die hiesigen Immobilienpreise sichtbar. Und auch Westerland ist nicht wirklich eine Inselperle. Dennoch hat Sylt sich auch seinen ursprünglichen Charme bewahrt und wartet mit (fast) unberührter Natur, viel Geschichte, Reetdächern, schönen Stränden und leckeren Restaurants auf. Anders als Amrum, das vor allem in Norddorf durch hässliche Bauten der Siebziger Jahre besticht, hat sich Sylt in großen Teilen seinen Inselcharme erhalten. Kurz gesagt: ein perfekter Ort, um den Bund des Lebens einzugehen …

Ein Bericht von Anna Carina Krebs

Skiurlaub im „Home of Lässig“

Bereits seit Kindertagen, als ich auf dem Weg zur Italienischen Riviera in der Schweiz das erste Mal „richtige“ Berge erblickte, üben die Alpen eine unbeschreibliche Faszination auf mich aus. Ich erinnere mich daran, wie ich mit meinen Geschwistern zusammen unsere Eltern so lange bekniet habe, bis sie nachgaben und nicht den Weg durch den Tunnel, sondern den Umweg über den Gotthardpass nach Süden wählten. Und auch heute noch zieht es mich im Sommer wie auch im Winter in die Berge … aber diesmal nicht nur auf der Durchreise.

Im Winter geht es oft nach Leogang ins Salzburger Land. Dieses selbsternannte „Home of Lässig“ besticht im Winter mit über 270 Pistenkilometern und bildet zusammen mit Saalbach-Hinterglemm und Fieberbrunn eines der größten zusammenhängenden Skigebiete Österreichs. Sowohl urige als auch stylische Hütten und ein atemberaubendes Alpenpanorama machen hier den Reiz aus. Allein der morgendliche Blick aus dem Fenster, wenn die Sonne die noch im Dunst liegenden, verschneiten Gipfel der Leoganger Steinberge anleuchtet, ist unbeschreiblich und ich empfinde Dankbarkeit, hier zu sein und mit meiner Familie „lässig“ in den Tag starten zu können.

Hinauf geht es mit der Steinbergbahn auf den 1.790 Meter hohen Asitz. Von hier aus starte ich ins Skivergnügen. Die Vielfalt der Pisten ist sowohl für Anfänger als auch für Profis perfekt. Vor vielen Jahren habe ich selbst in Leogang bei „Sepp“, dem mit seinen 70 Jahren wohl „lässigsten“ Skilehrer überhaupt, Skifahren gelernt. Wenn er den Berg runter fegt, können selbst viele topfitte 20-jährige Skifahrer nicht mit ihm mithalten. Er ist ein Leoganger Urgestein, der auch mal über sich selbst lachen kann. „Du musst deinen Körper quälen, sonst quält dein Körper dich.“, belehrt er uns im tiefsten Pinzgauer Dialekt.

Ich treffe Sepp zum Mittagessen in der „lässigsten“ Hütte des gesamten Skigebiets. Hier läuft chilliger Ibiza Sound. Jetzt haben wir die Qual der Wahl zwischen würzigem Grill-Hendl, Steckerlfisch oder super leckerem Ripperl mit Knoblauchstange und vielem mehr. Ob ein kühles Bier, ein Skiwasser, hausgemachte Limonade oder auch ein prickelnder Champagner – die Barkarte lässt keine Wünsche offen. Absolutes Highlight ist die drehbare Dachkonstruktion dieses Mountain Clubs. Wir sitzen drinnen und sind dem Himmel draußen dank 360 Grad Alpenpanorama doch so nah.

Nach der Stärkung geht es wieder auf die Piste bis die Sonne bereits beginnt, hinter den Bergen zu versinken und die Gipfel rot leuchten. Mein persönliches Highlight ist bei jedem Besuch in Leogang ein Abendessen in einem urigen Chaletdorf. Am Ofen bei Kerzenlicht in „lässiger“ Atmosphäre lasse ich beim „Hutessen“ den Tag ausklingen. Dies ist mein persönlicher Geheimtipp.

Leogang und die gesamte Region sind alles AUSSER gewöhnlich. Auch abseits der Piste gibt es viel zu entdecken: Eine Schneeschuhwanderung, einmal Pistenraupe fahren, mit dem Pferdeschlitten durch die verschneite Winterlandschaft gleiten, einen Helikopterrundflug über die Alpen erleben oder einfach aus der Zirbensauna den Blick auf das Bergpanorama genießen …

Auch die Hotels bieten für jeden Geschmack etwas: ein ausgewiesenes Sporthotel mit Sportconcierge, ein modernes Naturhotel mit eigenem Wildgehege, Badesee und Kinderbauernhof oder ein hippes Lifestylehotel mit Kletterparcours. Im „Home of Lässig“ finden wir für jeden das perfekte Hotel, um die Winter- oder Sommerzeit in den Bergen zu genießen.

Ein Bericht von Anna Carina Krebs